Von Samstag, den 22.08.2026, um 10 Uhr bis Sonntag, den 23.08.2026, um 10 Uhr verbrachten insgesamt 32 Kameradinnen und Kameraden eine komplette 24‑Stunden‑Schicht im Gerätehaus Walldorf und absolvierten in dieser Zeit sieben anspruchsvolle Einsatzübungen. Ein Realeinsatz trat während des Übungszeitraums nicht ein. Während der 24‑Stunden‑Übung der Einsatzabteilung Walldorf wurde tagsüber bewusst das Signalhorn eingesetzt, um realistische Einsatzfahrten zu trainieren. In der Nacht lediglich das Blaulicht, um die Anwohner nicht unnötig belästigen zu müssen. Die Einsatzkräfte sollen auch unter authentischen Bedingungen – inklusive akustischer Alarmierung – sicher, routiniert und vorausschauend agieren können. Ziel der Übung war es, realitätsnahe Einsatzlagen abzuarbeiten und die universelle Einsetzbarkeit aller Feuerwehrangehörigen weiter auszubilden. Um die Flexibilität zu fördern, wurde jede Position pro Person auf zwei Einsatzübungen begrenzt, da im echten Einsatz niemand fest einem Fahrzeug zugeordnet ist.
Pünktlich um 10 Uhr begann die Begrüßung im Lehrsaal, gefolgt von der Besprechung der Tagesordnungspunkte, wobei die Zeiten der anstehenden Übungseinsätze bewusst nicht bekanntgegeben wurden. Anschließend erfolgte die routinemäßige Kontrolle der Fahrzeuge, um mögliche Mängel frühzeitig erkennen zu können. Während dieser Überprüfung ertönte zum ersten Mal der Alarmgong: Eine verletzte Person befand sich auf dem Dach der Gesamtschule. Die Einsatzkräfte fuhren das Objekt an, sichteten die Person und retteten sie aufgrund der Schwere der Verletzung mittels Drehleiter. Anschließend wurde sie dem Rettungsdienst übergeben.
Nach diesem ersten Einsatz stand eine Schulung zu den Unfallverhütungsvorschriften (UVV) auf dem Programm, die mindestens einmal jährlich durchgeführt werden muss. Gegen 13 Uhr konnten die Wachbesetzung das wohlverdiente Mittagessen einnehmen, ehe um 13:38 Uhr bei strömendem Regen der nächste Einsatz erfolgte. Am Gundwiesensee wurde eine Spaziergängerin mit Hund vermisst. Beide konnten verletzt am Bachlauf des Gundbachs aufgefunden werden. Während der Hund betreut wurde, transportierten die Einsatzkräfte die verletzte Person mittels Schleifkorbtrage und Pick‑Up zum Rettungsdienst am Waldweg.
Nach einer kurzen Pause, die für Gesellschaftsspiele genutzt wurde, ertönte um 15:55 Uhr erneut der Alarm. Auf dem Gelände der Bertha‑von‑Suttner‑Schule war es zu einem Verkehrsunfall mit einem Lkw gekommen. Eine Person befand sich unter dem Reifen, zudem brannte der Motorraum. Die Feuerwehr löschte den Brand und rettete die eingeklemmte Person.
Nach dem Abendessen folgte eine Pflichtschulung für alle Atemschutzgeräteträger, in der die Grundlagen der Feuerwehrdienstvorschrift 7 „Atemschutz“ wiederholt wurden.
Um 19:22 Uhr wurde der Löschzug zu einem ausgelösten Rauchwarnmelder in die Stadthalle alarmiert. Bereits am Telefon konnte der Disponent den Warnton hören. Vor Ort bestätigte sich ein Brandereignis, mehrere Personen waren vermisst. Das Einsatzstichwort wurde auf „Feuer 3“ erhöht. Insgesamt drei Atemschutztrupps gingen zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor und konnten fünf Personen aus dem Gebäude retten. Nach Abschluss der Such‑ und Löschmaßnahmen wurde die Stadthalle belüftet und im Gerätehaus die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.
Am späten Abend ertönte erneut Vollalarm: An der Badestelle „Walldorfer See“ wurden zwei Personen vermisst. Eine Person konnte auf dem Wasser gefunden und mittels Rettungsboot gerettet werden, die zweite wurde nach intensiver Suche am nördlichen Ufer aufgefunden. Beide wurden dem Rettungsdienst übergeben. Gegen 0 Uhr trafen alle Kräfte wieder im Gerätehaus ein, wo die Nachtruhe ausgerufen und die Feldbetten bezogen wurden.
Um 04:56 Uhr endete die Nachtruhe für sechs Einsatzkräfte. Gemeldet waren ausgelaufene Betriebsstoffe auf dem Gelände des Bauhofs, tatsächlich lag jedoch ein Verkehrsunfall mit zwei Pkw vor. Drei Personen waren eingeschlossen. Aufgrund der Lage wurde Vollalarm ausgelöst. Eine Person wurde über die Windschutzscheibe gerettet, zwei weitere mittels hydraulischem Rettungsgerät. Alle Verletzten wurden dem Rettungsdienst übergeben.
Zum Abschluss der Übung kam es erneut zu einer Personenrettung an der Gesamtschule, bei der eine Person mittels Drehleiter vom Dach gerettet wurde.
Nachdem alle Einsatzübungen abgeschlossen waren, wurden die Fahrzeuge auf Vollständigkeit und Funktion geprüft, die Feldbetten abgebaut und der Schulungsraum wieder bestuhlt. Beim gemeinsamen Frühstück fand die Abschlussbesprechung statt.
Die 24h‑Übung stellte für alle Beteiligten eine körperlich wie mental anspruchsvolle Herausforderung dar, die Teamgeist, Konzentration und Durchhaltevermögen erforderte.
Die Teilnehmer der 24h-Übung bedanken sich herzlich bei der Übungsleitung für die hervorragende Planung und Organisation. Solche Übungen sind unverzichtbar, um im Ernstfall schnell, sicher und professionell handeln zu können. Sie stärken die Routine, fördern die Zusammenarbeit und gewährleisten die hohe Einsatzqualität der Feuerwehr Mörfelden-Walldorf.









