Feuerwehr Mörfelden-Walldorf setzt künftig auf Kanarienvögel statt Gasmessgeräte
In Zeiten knapper kommunaler Kassen und steigender Energiekosten geht die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf neue, alte Wege: Ab dem 1. Mai sollen sämtliche elektronischen Gasmessgeräte durch speziell ausgebildete Kanarienvögel ersetzt werden.
„Die kleinen gelben Lebensretter haben sich bereits vor über 100 Jahren im Bergbau bewährt – und sie benötigen weder Batterien noch teure Software-Updates“, erklärt Stadtbrandinspektor Marco Schmitz in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Die Feuerwehr habe in den vergangenen Monaten gemeinsam mit einem Züchter aus dem Taunus ein „intensives Schulungsprogramm“ entwickelt, um die Vögel an Sirenenlärm, Blaulicht und Atemschutzgeräte zu gewöhnen.
Neben den Kostenvorteilen sieht die Feuerwehr auch ökologische Pluspunkte: „Unsere neuen Mitarbeiter sind zu 100 % biologisch abbaubar, verursachen keinen Elektroschrott und sind zudem ausgesprochen niedlich“, so Schmitz.
Für den Einsatz werden die Kanarienvögel aus der Voliere geholt und in handliche Mini-Käfige gesteckt. Schlägt der Vogel Alarm – oder schweigt verdächtig – wissen die Feuerwehrleute, dass Gefahr im Verzug ist.
Die Umstellung stößt nicht überall auf Begeisterung. Kritiker befürchten, dass der tierische Einsatz bei stürmischem Wetter oder in verrauchten Gebäuden an seine Grenzen stößt. Die Feuerwehr sieht das gelassen: „Wir sind überzeugt, dass unsere gefiederten Kollegen einen unschlagbaren Beitrag zur Sicherheit in Mörfelden-Walldorf leisten werden – und ganz nebenbei auch für bessere Stimmung in der Mannschaft sorgen.“
Die ersten zwölf Kanarienvögel – liebevoll „Mess-Staffel Gelb“ genannt – werden bereits am kommenden Wochenende feierlich im Feuerwehrhaus begrüßt.

