Die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf wurde am Samstag, den 10. Oktober 2026, um 18:37 Uhr zu einem Wohnungsbrand in die Ludwigstraße alarmiert.
Bereits während der Anfahrt kontaktierten Anwohner der benachbarten Wohnung die zentrale Leitstelle in Groß-Gerau, da das Treppenhaus, der einzige Fluchtweg, durch Rauch vernebelt war. Infolgedessen wurde das Einsatzstichwort umgehend auf ,,F 2 Y – Feuer mit Menschenleben in Gefahr‘‘ erhöht und weitere Einsatzkräfte herangezogen.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die gemeldete Lage: Die Küche sowie die Zwischendecke im Flur befanden sich im Vollbrand, der Hof und das Treppenhaus waren teilweise verraucht.
Sofort wurde ein Trupp unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung in die betroffene Wohnung entsandt. Unter Nullsichtbedingungen wurde ein mobiler Rauchverschluss an der Wohnungstür angebracht, um das Treppenhaus für die Evakuierung möglichst rauchfrei zu halten. Der erste Trupp drang weiter in die Wohnung vor und begann mit der Brandbekämpfung in der Küche, welche aufgrund der erheblichen Hitzeentwicklung und der baulichen Gegebenheiten erschwert war. Nachdem die Flammen in der Küche gelöscht wurden, ist eine Abluftöffnungen geschaffen worden, um mit Hilfe des Lüfters die Wohnung rauchfrei zu bekommen. Dieses Vorgehen ermöglichte eine verbesserte Sicht und erlaubte dem ersten Trupp die Fortsetzung der Brandbekämpfung in der Küche. Aufgrund des Deckenbrandes im Flur wurden die Holzdielen mittels eines Einreißhakens entfernt und abgelöscht. Der erste Trupp kontrollierte des Weiteren den restlichen Teil der Wohnung und stellte eine Hitzeentwicklung im hinteren Bereich der Wohnung unter der Decke fest.
Parallel zum Vorgehen des ersten Trupps wurde dem zweiten Trupp die Aufgabe der Evakuierung von Personen aus einem sicheren Bereich der Nachbarwohnung übertragen. Die Evakuierung erfolgte unter Verwendung von schwerem Atemschutz, insbesondere RespiHoods (umluftunabhängigen Fluchthauben), durch das verrauchte Treppenhaus. Drei Personen konnten erfolgreich gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden. Eine Person wurde aufgrund leichter Verletzungen in ein Krankenhaus transportiert, während die beiden anderen Personen durch den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes betreut wurden. Darüber hinaus konnten zwei Katzen unverletzt gerettet und ihren Besitzern übergeben werden.
Zusätzlich wurde der Außenbereich auf eine mögliche Brandausbreitung untersucht. Hierzu wurde der Dachbereich mittels Drehleiter kontrolliert, wobei keine Brandherde festgestellt wurden.
Im weiteren Einsatzverlauf löste der zweite Trupp den ersten Trupp in der Brandwohnung ab. Nach einer kurzen Lageeinweisung öffnete jener Trupp die Decke im hinteren Bereich der Wohnung, konnte jedoch keine Flammen feststellen.
Ein dritter Trupp kontrollierte zunächst unter schwerem Atemschutz die angrenzende Garage und den Kellerbereich auf eine weitere Ausbreitung des Feuers. Anschließend führte dieser Trupp Nachlöscharbeiten unter schwerem Atemschutz durch. Hierfür wurde auch die Zwischendecke in der Küche geöffnet. Um eine Brandausbreitung auszuschließen, wurde ebenso die Zwischendecke im Flur kontrolliert.
Abseits der Nachlöscharbeiten wurden die Nachbarwohnung und das Nachbarhaus auf gesundheitsgefährdende Gase kontrolliert; die Messungen ergaben keine Auffälligkeiten.
Nach Abschluss der Nachlöscharbeiten wurde das gesamte Gebäude umfassend quergelüftet. Die Brandwohnung wurde im Anschluss durch die Einsatzleitung und die Polizei begangen. Das Technische Hilfswerk übernahm die Eigentumssicherung und verschloss die beschädigten Fenster des Brandraumes.
Infolge der intensiven Beaufschlagung der vorangegangenen Einsatzkräfte wurden umfangreiche Hygienemaßnahmen eingeleitet. Die Einsatzkräfte wurden unter Ausschluss der Inkorporation ihrer Brandschutzkleidung entkleidet und mit neuer Einsatzbekleidung ausgestattet. Die benutzten Einsatzmittel, einschließlich Einreißhaken und Funkgeräten, wurden einer gründlichen Reinigung unterzogen. Der Transport der vorgegangenen Einsatzkräfte zum Gerätehaus zur weiteren Reinigung wurde organisiert.
Die weiteren Aufräumarbeiten nahmen einen Zeitraum von circa 1,5 Stunden in Anspruch. Insgesamt waren vier Trupps unter schwerem Atemschutz sowie ein Sicherheitstrupp im Einsatz. Abseits der Einsatzkräfte der Feuerwehr Mörfelden-Walldorf befand sich ferner der Regelrettungsdienst, einschließlich Notarzt, das Technische Hilfswerk, die Polizei und der DRK OV Walldorf im Einsatz.
Die Einsatzstelle wurde abschließend der Polizei übergeben, welche nun die Ermittlungen zur Brandursache aufnimmt.
